Angkor Wat

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Angkor What?

Angkor Wat: bedeutendstes Heiligtum Asiens; nationales Symbol des kambodschanischen Volkes; 200 km² großes Gebiet mit über 1000 Gebäuden; größter sakraler Bau der Welt; UNESCO-Weltkulturerbe.

Wie nähert man sich einem solchen touristischen Highlight der Superlative, das auf der einen Seite von einem Mahlstrom von mehr als 3 Millionen Besuchern pro Jahr besucht wird, aber immer noch als buddhistischer Tempel und Pilgerstätte dient?

Zudem hat man in Zeiten digitaler Bilderwelten alle Details und Lichtstimmungen nur einen Mausclick entfernt.

Um nicht in die gestellte Falle des Erwartungsabgleichs zu geraten, muss man sich permanent klarmachen, das dies die Realität ist.

Zudem ist Angkor so viel größer und vielfältiger als man gemeinhin annimmt. Man ist daher gut beraten ist, in die Tagesprogramme immer wieder auch kleinere und weniger besuchte Anlagen mit einzubauen.

Ein paar Tipps: EK8_3822_klein

In der Nebensaison reisen: Die Hautsaison läuft, wie in vielen asiatischen Ländern von November bis März. Wer im April / Mai anreist, hat zwar mehr mit der Hitze zu kämpfen (bei der Landung in Siem Rep abends um 19:00 hatte es bei uns noch 38°C.), dafür hat man selbst an dem sonst extrem überlaufenen Sonnenaufgangstermin um 05:00 vor dem Haupttempel nur eine Handvoll Touristen um sich.

Zeit nehmen: am besten sollte man sich mindestens 3 Tage gönnen. Das verhindert einerseits den Tempel Overkill. (wer kann  bei 40°C Hitze, nach 3 – 4 Tempeln für die man ca 3 Std gebaucht hat, den nächsten Bau überhaupt noch wertschätzen?) Also: immer nur wenige Tempel am Vor- und am Nachmittag, dazwischen am besten zurück ins Hotel und wenn möglich an den Pool um nicht nur den Körper sondern auch den Geist zu erfrischen.  Der 3 Tages Pass kostet zwar $40 p Person, aber man ist idR nur einmal im Leben dort und ganz ehrlich, zuhause gibt man 35€ schnell mal für einen Abend aus.

Kleiner Tipp: wer am Tag der Anreise den Pass nach 17:00 (bis 18:30 möglich) kauft, kann an dem Tage noch kostenlos den Sonnenuntergang genießen und muss am nächsten Morgen nicht mit allen anderen Touristen am Tickethäuschen warten um diesen zu erstehen und dabei wertvolle Zeit zu verlieren.

Gegen den Strom: Am besten sollten man sich schon vorher ein Plan machen, welche Tempel zu welcher Zeit man sehen möchte. Die Tuk Tuk Fahrer / Hotels und Reiseunternehmen bieten in der Regel den Small und Big Circiut an; d.h. es gibt einen vorherbestimmten Ablauf, auf dem fast alle Touristen unterwegs sind.

In der Regel geht es für alle erst zum Sonnenaufgang zum Angkor Wart selbst,  dann zum Angkor Thom mit dem Bayon etc. Wenn man aber z.B. den Ta Prom Tempel, den viele für den schönsten Tempel überhaupt halten allein im Morgenlicht sehen möchte, ist man also gut damit beraten, sich direkt morgens als erstes hierhin bringen zu lassen und den Startpunkt der Touristenralley erst am späten Nachmittag zu erreichen. Nicht alle Fahrer scheinen hiervor begeistert, man sollte aber auf seinen Prioritäten bestehen und sich aber trotzdem die Erfahrung der Guides zunutze machen und den eigenen Plan mit ihnen abstimmen und auch anpassen.

 Tuk Tuk mit Fahrer mieten: ganz ehrlich, die Entfernungen sind riesig, mit dem Fahrrad ist das eine ganz schöne Tortur. Dann lieber der Kraft für die Tempel selbst aufsparen. Autos sind für mich keine Option. Erst einmal bekommt man von der Landschaft nichts mit. Zweitens sieht man sich den ganzen Tag zwischen verschiedenen Klimazonen hin- und her geschleudert. Für den Tag muss man hier, je nach Programm, mit 15 – 23 $ rechnen.

Wer einen zuverlässigen Fahrer schon vorher kontaktieren möchte; mit Soda haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Nach drei Tagen hatten wir nicht nur die Tempel gesehen, sondern auch einen Eindruck von der Lebenssituation der Kambodschaner gewonnen. Soda war früher selbst Mönch und hat daher leidlich gut Englisch gelernt. Wer ihn kontaktieren möchte, kann dies unter: sodasoun@gmail.com versuchen.
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Wohin auf jeden Fall: Ta Prohm – der Tomb Raider Tempel; Neak Poam – der Wassertempel (wenn Wasser vorhanden); Preah Khan; Bayon Tempel; Angkor Wat natürlich …

Was man sich sparen kann: Phnom Bakheng zum Sonnenuntergang, ab 16:30 dürfen nur noch 300 Touristen vor Ort sein, das sind in der Regel 280 Chinesen aus diversen Reisegruppen und die Aussicht ist extrem dürftig, Außer der Sonne gibt noch ein bisschen Wald und eine Baustelle zu sehen. Besser: nochmal zu seinem persönlichen Tageshighlight gehen und dort das letzte Licht und eine kalte Kokosnuss genießen.

Unterkunft: auf jeden Fall mit Pool, ihr werdet es zu schätzen wissen.

Visum: am besten online ein e-visum beantragen. Man bekommt das Visum dann zum Ausdrucken per Mail zugeschickt und kann es sich dann in den Pass kleben. Wichtig: zwei weitere Kopien für Ein- und Ausreise machen.  Das gute: man kann bei Ankunft gleich an der “visa on arrival“ Schlange vorbeilaufen und ist gleich nach Ankunft aus dem Flughafen. Wir hatten einen persönlichen Rekord zu vermelden und waren 7 Minuten, nach dem wir das Flugzeug verlassen hatten, schon aus dem Flughafengebäude getreten.

Siem Rep selbst: Siem Reap ist komplett dem Angkor-Tourismus verschrieben. Im Süden der Alt-Stadt Siem Reaps liegt das Areal rund um den Night Market und den Old Market. Hier wird alles Erdenkliche feilgeboten: Streetfood, Souvenirs, Textilien (und natürlich die obligatorischen Elefanten-Hosen), mobile Cocktailstände halten am Straßenrand, Massagen von Menschen und Fischen werden angepriesen und Musik schallt durch die Straßen. Hier gibt es eine ganze Menge Hotels, Restaurants und auch die berüchtigte Pub Street, die Light Variante der Khao San Road in Bangkok. Das ist natürlich Geschmackssache …

One Response

  1. Katja
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    Lieber Eckhard,

    ach, seufz – auf die Bilder von Angkor Wat habe ich mich schon am meisten gefreut. So viele schöne Erinnerungen haben Deine Bilder wieder geweckt.
    Schöner Bericht & schöne Bilder.

    Vielen Dank dafür, Katja