Sinn und Unsinn einer Drohnenanschaffung

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Gründe gegen die Anschaffung einer Drohne:

Gleich zu Anfang ein paar Fakten die jedem ziemlich eindeutig verdeutlichen, dass es, keinen Sinn macht überhaupt eine Drohne anzuschaffen:

  • Drohnen entwickeln meist relativ unangenehmen Lärm und stören dementsprechend die Natur. Gerade in ruhigen Ökosystemen kann die Drohne Stress bei Tieren auslösen, ganz zu schweigen von ruhesuchenden Menschen.
  • Eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht und sogar gesetzlich vorgeschrieben (was bei potentiellen Schadensfällen absolut Sinn macht)
  • Deine Drohne benötigt ein Drohnen-Kennzeichen! Ab 250g (also fast alle) muss eine feuerfeste Plakette mit Namen/Anschrift etc. aufgebracht sein.
  • Laut neuer EU-Drohnenverordnung, welche am 1. Januar 2021 für alle Drohnen-Piloten in Kraft trat, gibt es maßgeblich zwei wichtige Arten des neuen EU Drohnenführerscheins:

- Den EU-Kompetenznachweises– auch genannt: kleiner Drohnenführerschein. Dieser ist online relativ einfach abzulegen und 5 Jahre gültig und zurzeit noch kostenfrei.

- Das EU-Fernpiloten-Zeugnis– auch genannt: großer Drohnenführerschein (EU). Dieser beinhaltet Theorie und Praxis, hat eine Gültigkeit von 5 Jahren und verursacht Kosten zwischen 280,- und 450,-€

Wichtig ist hierbei die Gewichtsklasse und wo man die Drohne im Einsatz sehen möchte:

  • Für unter 250g ist kein Führerschein vonnöten.
  • Für 250g bis 500g ist nur der kleine Führerschein erforderlich
  • Für 500g bis unter 2 kg ist der kleine Führerschein erforderlich, wenn nur in der Kategorie OPEN A3 geflogen werden soll – also weit weg von Menschen und mit einem Abstand von mindestens 150 m zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- oder Erholungsgebieten.

Der große EU-Drohnenführerschein – also das so genannte EU-Fernpiloten-Zeugnis (welches auch den Abschluss des kleinen EU-Drohnenführerscheins voraussetzt) ist erforderlich mit einem Abfluggewicht von über 500 Gramm aber noch unter 2kg, wenn diese in der Unterkategorie A2 der Kategorie OFFEN betrieben werden soll – also näher an Menschen oder mit einem Abstand von weniger als 150 m zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- oder Erholungsgebieten.

Flugeinschränkungen:

Zusätzlich gibt es ausgeklügelte Vorschriften, wo man eine Drohne nicht zum Einsatz bringen darf:

  • nicht höher als 100 Meter über Grund und darf nur in Sichtweite genutzt werden. Wobei viele Drohnen eine Reichweite von bis zum 8000 m mit sich bringen. Die Diskrepanz zwischen Möglichkeit und Erlaubten ist damit klar.
  • nicht über Wohngebieten/fremden Grundstücken.
  • Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte achten.
  • nicht in der Nähe von An- und Abflugbereichen und Kontrollzonen von Flugplätzen (1,5 km um den Flughafen und in großem Bereich um die Start- und Landeeinflugschneisen)
  • Sperrzonen beachten: B. militärische Zonen, Krankenhäuser, Katastrophenzonen, Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen, Bahnanlagen, Industrieanlagen, Justizvollzugsanstalten, Einrichtungen des Maßregelvollzugs, militärischen Anlagen, Anlagen der Energieerzeugung sind Tabu! Um Flyaways bzw. störende Objekte zu vermeiden, solltest du außerdem auf Sendemasten, Hochspannungsleitungen oder Richtfunkstrecken achten und im Idealfall meiden.
  • nicht über Naturschutzgebieten, Nationalparks etc.
  • Zusätzlich gibt es durch viele Gemeinden zusätzliche Regelungen/Verbote wo Drohnen nicht genutzt werden dürfen. (Strandabschnitte, touristische Hotspots)
  • Urheberrechtsschutz besteht nicht nur für Texte, Bilder, Lieder und Filme, sondern auch für Werke der Baukunst. Das Fotografieren urheberrechtlich geschützten Bauwerke wäre zulässig, weil das Urheberrechtsgesetz die sogenannte „Panoramafreiheit“ vorsieht. Zwingende Voraussetzung ist allerdings, dass der Fotograf sich an einem allgemein zugänglichen Platz befindet. Da Drohnen aus einer Perspektive fotografieren oder filmen, die für den normalen Betrachter im öffentlichen Raum nicht erreichbar ist, sind diese Aufnahmen nicht von der Panoramafreiheit gedeckt.

Kleines Zwischenfazit: Ohne konkrete Überfluggenehmigung, die es in der Regel nur für gewerbliche Betreiber gibt und natürlich kostenpflichtig sind, ist es für den nicht kommerziellen Nutzer (speziell in Deutschland) kaum möglich an interessanten Spots entsprechende Bilder oder Filme zu machen. Man sollte es sich also gut überlegen, ob man eine Kameradrohne wirklich benötigt und die Fotos/Videos verarbeiten kann, oder ob die Drohne nach kurzer Zeit in den Keller wandert. Im Zweifel spart das Geld und eure Nerven!

Tipps für ambitionierte Einsteiger:

Solltet Ihr euch trotzdem nicht davon anhalten lassen in die Drohnenwelt einzusteigen, hier ein paar Tipps, worauf es für ambitionierte Einsteiger ankommt:

  • Die Dauer der Flugzeit: diese sollte pro Akku am besten bei 30 min liegen. Wenn man Aufstiegszeit und Rückflugzeit abzieht, bleiben einem oft nur 20 min Zeit für Bilder/Aufnahmen.
  • Gleich mehrere Ersatzakkus bestellen, ansonsten kann man nach schon kurzer Zeit wieder die Heimreise anstellen. (Siehe oben)
  • Einen eigenen Controller mitbestellen. Diese haben in der Regel ein größeres und helleres Display also wen man über die App eines Handys steuert.
  • Die Nutzung einer NoFLy Zone Karte: Hier kann man schon vorher klären, ob es Zonen gibt wo man nicht aufsteigen sollte kann. Es gibt z.B. vom Marktführer DJI bereits solche in der Software verankerte Aufstiegssperren, die es einem nicht erlauben die Drohne überhaupt zu starten. Trotzdem ist es besser, das schon vor Start abzuklären um keine erfolglose Anreise zu riskieren.
  • Einen Koffer/Rucksack und Schutztaschen für Controller & Drohne anschaffen.
  • Es sollte möglich sein im RAW Format zu fotografieren und außer den automatischen Modus auch halbautomatische und den manuellen Modus zu nutzen. Also alles wie bei einer normalen Spiegelreflex.
Gründe für die Anschaffung einer Drohne:

Die Möglichkeit Fotos/Filme aus seiner komplett neuen Perspektive aufzunehmen: Dies bringt eine komplett neue Bildsprache mit sich und erweitert so das eigene Portfolio maßgeblich. Selbst viele Hochzeitsfotografen nutzten mittlerweile diese Technik.

Größe: Viele Drohnen mit professioneller Technik gibt es schon zwischen 250 – 909 g und können leicht in einem Rucksack mitgenommen werden. Damit ist selbst die Mitnahme auf eine Bergwanderung kein Problem mehr.

Für Vielreisende: Nicht in allen Ländern sind die Einschränkungen so krass wie in Deutschland bzw. der EU. Ist man in einem Land das das verantwortungsvolle Fliegen in freier Natur erlaubt, lassen sich unnachahmliche Bilder mit nach Hause bringen, die man nicht anders bekommen kann. Es sein denn man sucht sich einen Open Helikopter Flug …..

Fazit:

Eigentlich sind die Kosten, der Aufwand und die Möglichkeiten, die sich in Deutschland bieten, ein klares Gegenargument für die Anschaffung einer Drohne. Das spiegelt sich auch in der Entwicklung in Deutschland wieder. Innerhalb kurzer Zeit ging die Anzahl der registrierten Drohnen bei stark steigendem kommerziellen Anteil um 15% zurück. Der Rückgang im privaten Bereich wird also noch höher liegen. Wer sich davon trotzdem nicht abschrecken lässt, sollte das nötige Kleingeld übrig haben und nicht vor einer umfangreichen Einarbeitung in die rechtliche und technische Materie scheuen.

 

Alle Einlassungen sind hier nur dem aktuellen Stand entsprechend. Dieser ändert sich permanent und kann hierauch nicht erschöpfend vollständig behandelt werden. Dafür muss man im Zweifelsfall schon alle Verordnungen und Gesetztestexte studieren, sowie rechtliche Implikationen ableiten, was aus Gründen der Umfänglichkeit und Intransparenz quasi ein Ding der Unmöglichkeit ist!

 

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