Islandpferde

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Wenn man zum ersten Mal auf Island mit den berühmten Pferden in Kontakt tritt, ist die Begegnung oft etwas ganz Besonderes. Schon nach wenigen Minuten merkt man, wie neugierig, offen, verspielt und freundlich diese Tiere den Menschen gegenüber auftreten. Ihr Wesen vereint eine ruhige Gelassenheit mit einem wachen, interessierten Blick, der fast so wirkt, als wollten sie einen persönlich willkommen heißen. Viele Besucher, die das erste Mal vor einem dieser kleinen, robusten Pferde stehen, sind überrascht, wie zutraulich und kommunikativ sie sind – und wie schnell sie Vertrauen fassen.

Steht man irgendwo an einer Straße und lehnt sich an einen x-beliebigen Weidezaun, kann man kaum glauben, was dann passiert. Selbst wenn die nächsten Pferde weit entfernt am anderen Ende der Weide stehen, dauert es meist nicht lange, bis sie aufmerksam geworden sind. In einem charmanten, fast tänzelnden Schritt nähern sie sich den Besuchern, die sie mit sanftem Schnauben und einem neugierigen Blick begrüßen. Oft halten sie kurz inne, mustern den Menschen, stupsen mit der Nase an der Jacke oder spielen an den Haaren – ganz ungeniert und mit einem kindlichen Entdeckerdrang. Wer diese Begegnung einmal erlebt hat, versteht, warum die Isländer ihre Pferde so sehr lieben.

Trotz der vielen Touristen, die jedes Jahr auf die Insel kommen – und der Busladungen von Besuchern, die an den Landstraßen aussteigen, um die Pferde zu fotografieren oder Selfies zu machen – zeigen die Tiere keinerlei Scheu oder gar Touristenmüdigkeit. Im Gegenteil: Sie wirken oft so, als freuten sie sich über die Begegnungen. Dabei fällt auf, wie unterschiedlich sie aussehen: von pechschwarz über schokoladenbraun bis hin zu silbergrau oder fuchsrot leuchten ihre Mähnen im Wind, und jedes Pferd scheint durch seine Haarfarben und -wirbel einen ganz eigenen Charakter zu tragen.

Hier noch 10 wissenswerte Dinge über diese wirklich herzallerliebsten Tiere, die Island so einzigartig machen:

  1. Islandpferde, auch Isländer oder manchmal liebevoll Islandpony genannt, wirken auf den ersten Blick gemütlich und gutmütig. Ihr eher kompakter Körperbau und die kräftigen Hinterbeine machen sie jedoch zu erstaunlich ausdauernden und kraftvollen Reitpferden.
  2. Sie sind Spätentwickler – oft werden sie erst mit vier oder fünf Jahren angeritten, da sie erst dann vollständig ausgewachsen sind. Dafür bleiben sie lange fit und können bis ins hohe Alter von über zwanzig, manchmal sogar dreißig Jahren, aktiv geritten werden.
  3. Schon seit etwa 50 Jahren gilt das Islandpferd als eines der beliebtesten Reitpferde überhaupt. Heute leben rund 80.000 Tiere auf Island selbst, aber über 100.000 in anderen Ländern weltweit – ein Zeichen dafür, wie sehr sich diese charmante Pferderasse etabliert hat.
  4. Eine ihrer bemerkenswertesten Eigenschaften ist ihre außergewöhnliche Gangveranlagung. Neben Schritt, Trab und Galopp beherrschen viele Isländer auch den Tölt und den Pass – zwei zusätzliche Gangarten, die das Reiten besonders bequem und elegant machen. Nur wenige Rassen weltweit besitzen ein solches Talent.
  5. Farbenvielfalt ist ein weiteres Erkennungsmerkmal: Islandpferde gibt es in fast allen denkbaren Farbvarianten – von leuchtendem Fuchsrot über tiefes Schwarz bis hin zu gefleckten Schimmeln oder seltenen Falbtönen.
  6. Historisch wurden die Pferde auf der Insel zwar hauptsächlich als Arbeits- und Transporttiere eingesetzt, doch sie dienten früher auch zur Fleischgewinnung – eine Praxis, die heute allerdings kaum noch verbreitet ist.
  7. Das Islandpferd gilt als eine der ältesten Pferderassen der Welt. Seit über tausend Jahren leben sie nahezu unverändert auf der Insel, frei von Einkreuzungen mit anderen Rassen.
  8. Wegen dieser Reinheit gilt in Island ein strenges Importverbot: Pferde, die im Ausland gezüchtet oder auch nur dorthin exportiert wurden, dürfen niemals zurückkehren. So bleibt die Isländer-Population genetisch einzigartig.
  9. Freiheitsliebend und sozial – Isländer fühlen sich in engen Ställen unwohl. Sie bevorzugen große Ausläufe, Herdenleben und frische Luft. Ihr starker Charakter braucht Platz zum Entfalten, und genau das spürt man im Umgang mit ihnen.
  10. Schließlich sind sie echte Wetterhelden. Ihr dichtes, doppellagiges Winterfell schützt sie vor eisigem Wind, Schneestürmen und Regen. Selbst in den stürmischen Wintern Islands stehen sie lieber draußen als in einem geschützten Stall.

Wer einmal die Gelegenheit hatte, Islandpferde in ihrer Heimat zu erleben – frei auf den weiten, windumtosten Ebenen, mit wehender Mähne und funkelnden Augen – der vergisst dieses Erlebnis nicht so schnell. Sie sind mehr als nur Reittiere: Sie sind treue Gefährten, stolze Inselbewohner und ein Spiegel der wilden, naturverbundenen Seele Islands.

 

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incl Wegebeschreibung, Satellitenkarten und GPS Daten für einen Unkostenbeitrag von €18,90 über mich bezogen werden.

 

Bei vorhandenem Interesse schreibt mir kurz eine Mail.

Beipsielhafte Ansicht des Reiseführers.

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