Drei Wochen zwischen Tempeln, Neonlichtern und Natur – Eine Reise durch Japan
Drei Wochen Japan bedeuteten drei Wochen voller Kontraste, Eindrücke und Momente, die sich tief einprägten. Kaum ein anderes Land schafft es, Vergangenheit und Zukunft so selbstverständlich miteinander zu verbinden. Moderne Hochhäuser stehen neben jahrhundertealten Schreinen, hektisches Großstadtleben wechselt sich mit meditativer Stille ab. Diese Reise war nicht nur eine Abfolge von Orten, sondern ein stetiges Staunen.
Tokio – Eine Stadt, die niemals gleich ist
Der Beginn der Reise führte nach Tokio, einer Metropole, die mit ihrer schieren Größe und Vielfalt überwältigt. Jeder Stadtteil wirkt wie eine eigene Stadt mit eigener Identität.
In Asakusa zeigte sich Tokio von seiner traditionsreichen Seite. Der Sensō-ji-Tempel, Tokios ältester buddhistischer Tempel, war schon früh am Morgen belebt. Der Duft von Räucherwerk lag in der Luft, während Besucher Glückslose zogen und durch das Kaminarimon-Tor schritten. Die Nakamise-Straße bot mit ihren kleinen Läden traditionelle Snacks und Souvenirs – ein perfekter Einstieg in die japanische Kultur.
Ein ruhiger Kontrast dazu war Gotokuji, der weniger bekannte, aber faszinierende Tempel der winkenden Katzen. Tausende kleiner Maneki-neko-Figuren standen dicht an dicht und sorgten für eine fast märchenhafte Atmosphäre. Abseits der Touristenströme wirkte dieser Ort besonders authentisch.
Das pulsierende Herz Tokios schlug in Shibuya. Die berühmte Kreuzung, auf der sich Menschen aus allen Richtungen begegnen, war zu jeder Tageszeit ein Schauspiel. Cafés und Aussichtspunkte boten einen Blick von oben auf das scheinbar chaotische, aber perfekt funktionierende Treiben.
Shinjuku präsentierte sich als Stadt der Gegensätze: riesige Bahnhöfe, moderne Wolkenkratzer und gleichzeitig enge Gassen mit kleinen Bars. Besonders abends entfaltete sich hier das Nachtleben mit Neonlichtern, Izakayas und Karaoke-Lokalen.
In Harajuku dominierte Individualität. Schrille Mode, kreative Outfits und junge Menschen machten die Takeshita Street zu einem lebendigen Laufsteg. Nur wenige Schritte entfernt bot der Meiji-Schrein mit seinem weitläufigen Wald eine Oase der Ruhe – ein eindrucksvoller Kontrast.
Ikebukuro schließlich vermittelte einen Einblick in das alltägliche Großstadtleben. Einkaufszentren, Anime- und Manga-Läden sowie geschäftige Straßen zeigten Tokio von einer bodenständigen, weniger touristischen Seite.
Nikko – Prachtvolle Schreine inmitten der Natur
Nach den intensiven Eindrücken Tokios führte die Reise nach Nikko. Umgeben von Bergen und Wäldern liegen hier einige der prächtigsten Schreinanlagen Japans. Der Toshogu-Schrein beeindruckte mit aufwendigen Goldverzierungen und kunstvollen Schnitzereien. Die spirituelle Atmosphäre, kombiniert mit der natürlichen Umgebung, machte Nikko zu einem Ort der Ruhe und Ehrfurcht. Die meisten Besucher kaufen sich in Tokyo einen Nikko Pass und besuchen den Ort als Tagesausflug. Auch hier empfehle ich damit zu brechen und mindestens 2 Nächte zu bleiben und sich für neben Kyoto einen der wichtigsten historischen Sights Zeit zu nehmen.
Nagano – Winterlandschaft und Schneeaffen
In Nagano zeigte sich Japan von seiner alpinen Seite. Ein besonderes Highlight war der Besuch des Jigokudani-Schneeaffenparks. Nach einem Spaziergang durch verschneite Wälder öffnete sich der Blick auf heiße Quellen, in denen die Makaken entspannt badeten. Der Anblick der Tiere in dieser natürlichen Umgebung war einzigartig. In einer abgeschiedenen, stillen Schlucht im Norden der japanischen Präfektur Nagano befindet sich eine der außergewöhnlichsten Naturattraktionen des Landes.
Der etwa zwei Kilometer lange Pfad von Kanbayashi Onsen zum Parkeingang führt durch einen ruhigen, dichten Wald und ist zu jeder Jahreszeit reizvoll. Besonders im Winter entfaltet der Weg jedoch einen ganz eigenen Zauber: verschneite Bäume, knirschender Schnee unter den Füßen und die klare Bergluft sorgen für eine fast meditative Atmosphäre. Die Schneeaffen selbst sind an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt und zeigen sich meist völlig unbeeindruckt. Sie klettern auf Bäume, putzen sich gegenseitig oder entspannen im warmen Wasser – ganz nach ihrem eigenen Rhythmus. Fotos sind problemlos möglich, da die Tiere Besucher meist schlicht ignorieren. Nach dem Besuch im Jigokudani Yaen Kōen bietet sich ein Abstecher in die nahegelegenen Onsen-Orte Yudanaka oder Shibu Onsen an. Dort können Besucher selbst in heißen Quellen entspannen und die Eindrücke des Tages in Ruhe nachwirken lassen. Besonders empfehlenswert ist eine besser zwei Übernachtung in einem traditionellen Ryokan, um ein eigenes, affenfreies Onsen ohne Zeitdruck zu genießen – ein perfekter Abschluss für ein unvergessliches Naturerlebnis in den japanischen Alpen.
Takayama – Zeitreise in die Vergangenheit
Die Fahrt nach Takayama führte in die japanischen Alpen. Die Stadt ist bekannt für ihre hervorragend erhaltene Altstadt. Schmale Gassen, traditionelle Holzhäuser und kleine Sake-Brauereien sollten das Gefühl vermitteln, in eine andere Zeit einzutauchen. In der Realität besteht diese „Altstadt“ im wesentlichen aus einer Strasse, die Bilder im Internet sind im allgemeinen immer ein und die selbst Sicht am Ende dieser Strasse. Die Geschäfte sind zwar nett, aber mir drängte sich der Eindruck auf, das die Häuser nur Staffage für den Verkauf von Mitbrinseln sind. Ich wäre schon sehr enttäuscht abgereist, wenn wir nicht den Higashiyama Walking Course gefunden hätten. Der ca. 3,5 km lange Pfad oberhalb der Stadt führt durch die hügeligen Wälder im Osten Takayamas und verbindet mehr als ein Dutzend historischer Tempel und Schreine mit den Ruinen der alten Burg von Takayama. Hier ist man meist allein unterwegs und findet hier wirklich das authentische Japanerlebnis.
Kyoto – Die Seele Japans
Kyoto war ohne Zweifel einer der zentralen Punkte der Reise. Als ehemalige Kaiserstadt ist sie reich an Tempeln, Schreinen und kulturellem Erbe. Jeder Spaziergang führte zu neuen Entdeckungen: Zen-Gärten, kunstvoll gestaltete Tempelanlagen und traditionelle Viertel. Kyoto verlangte Zeit und Aufmerksamkeit. Zweifelsfrei das Zentrum des Tourismus in den letzten Jahren auch des Overtourismus, sollten man an den Stellen, die man besuchen möchte, möglichst früh oder spät auftauchen, ansonsten kann es schon sehr voll werden. Alles zu besuchen ist schier unmöglich, insofern sollte man sich schon vorher eine Auswahl treffen, was man sehen möchte. Als Top 5 würde ich den Fushimi Inari Taisha Schrein, den den goldene Pavillion Kinkakuji, den Kiyomizudera Tempel und den Philosophenweg der den Nanzenji Tempel mit dem Ginkakuji verbindet. Man kann sicher wochenlang in Kyoto bleiben ohne das einem die Ziele ausgehen.
Nara – Natur und Spiritualität
Ein Abstecher nach Nara ergänzte den Aufenthalt in Kyoto perfekt. Die freilaufenden Hirsche im Nara-Park verliehen der Stadt einen fast märchenhaften Charakter. Der Tōdai-ji-Tempel mit seinem riesigen Buddha beeindruckte durch seine Dimensionen und spirituelle Ausstrahlung. Die Verbindung von Natur, Tierwelt und Religion machte Nara zu einem besonderen Erlebnis.
Kurashiki
Kurashiki ist nur 30 Minuten in westlicher Richtung von Okayama entfernt und verfügt über ein bezauberndes Händlerviertel an einem hübschen Kanal, der von Weiden gesäumt ist. Die Stadt geht in einen belebten Industriehafen über und gilt als der Geburtsort für Jeans in Japan. Der bei Touristen beliebteste Ort ist das wunderschön erhaltene Historische Viertel Kurashiki Bikan. Große traditionelle Häuser, Läden und Lagerhäuser, zumeist aus der Edo-Zeit und der Meiji-Zeit ziehen sich an einem hübschen Fluss entlang, über den kreuz und quer Steinbrücken führen. Kleine Fähren bringen Besucher über den Fluss. Abseits des Trubels um den Kanal kann ich einen Besuch des Ukiyo-e Museums empfehlen, das eine einmalige Sammlung diese Kunstrichtung beherbergt.
Miyajima
Nur eine kurze Fährfahrt von Hiroshima entfernt lag Miyajima, eine Insel von beeindruckender Schönheit. Das berühmte rote Torii-Tor des Itsukushima-Schreins scheint bei Flut im Wasser zu schweben. Die friedliche Atmosphäre, die Natur und die langsameren Rhythmen der Insel bildeten einen wohltuenden Kontrast zur Geschichte Hiroshimas. Normalerweise Ziel für einen Tagesausflug, kann ich nur empfehlen über Nacht zu bleiben. Nur dann hat man die Möglichkeit die friedliche Stimmung am Tor ohne Menschenmassen in sich auhzunehmen. Nicht verpassen sollte man auch die Daishoin Tempelanlage am Ende des Dorfes. Ist man länger vor Ort kann man auch auf den Mount Misen wandern. Aber obacht, die meisten Möglichkeiten abends etwas zu essen sind komplett auf die Tagestouristen zugeschnitten und schließen um 16:00. Empfehlen kann ich definitiv eines der besten Okonomiyaki Restaurants auf der Reise das abends bis 20:30 offen hat: das Okonomiyaki Kishibe
Osaka – Lebensfreude zum Abschluss
Den Abschluss der Reise bildete Osaka, eine Stadt voller Energie und Lebensfreude. Bekannt für ihre offene, vielleicht auch ruppige Art und ihr hervorragendes Essen, zeigte sich Osaka von einer unkomplizierten Seite. In Vierteln wie Dotonbori reihten sich Streetfood-Stände, Restaurants und leuchtende Reklamen aneinander. Nach den vielen kulturellen Eindrücken der Reise fühlte sich Osaka wie ein lockerer, fröhlicher Abschied an.
Fazit
Diese drei Wochen in Japan waren geprägt von Vielfalt, Tiefe und Emotionen. Jede Region hatte ihren eigenen Charakter, jede Stadt ihre eigene Geschichte. Japan zeigte sich modern und traditionsbewusst, laut und still, komplex und zugleich zugänglich. Am Ende blieb das Gefühl, ein Land erlebt zu haben, das weit mehr ist als seine Sehenswürdigkeiten – ein Land, das insbesondere in den Begegnungen mit den Menschen nachhaltig beeindruckt.
Aus den letzten Jahren haben ich die Highlights aus Island in drei kleinen Filmen zusammengestellt:
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Beispielhafte Darstellung des Reiseführers




























































