Im Onsen badende Schneeaffen

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Im Onsen badende Schneeaffen

In einer abgeschiedenen, stillen Schlucht im Norden der japanischen Präfektur Nagano befindet sich eine der außergewöhnlichsten Naturattraktionen des Landes. Der Jigokudani Yaen Kōen, besser bekannt als Schneeaffenpark, ist ein bedeutender Lebensraum der Japanmakaken. Besucher haben hier die seltene Gelegenheit, diese faszinierenden Tiere in freier Wildbahn und aus nächster Nähe zu beobachten. Besonders berühmt ist der Park für ein einzigartiges Schauspiel: Während der kalten Wintermonate steigen die Makaken in die dampfenden heißen Quellen der Region, um sich im warmen Wasser vor Schnee und eisigen Temperaturen zu schützen.

Gerade diese Bilder von entspannt badenden Affen, umgeben von Schnee und Nebelschwaden, haben den Park weltberühmt gemacht. Dabei handelt es sich nicht um ein künstlich inszeniertes Schauspiel, sondern um ein natürliches Verhalten, das sich über Jahre hinweg entwickelt hat.

Anfahrt zum Jigokudani Schneeaffenpark

Da die Schneeaffen tief in den bewaldeten Bergen leben, erfordert die Anreise etwas Zeit und Planung. Doch der Weg lohnt sich. Von mehreren bekannten Orten der Präfektur Nagano verkehren regelmäßig Busse nach Kanbayashi Onsen, dem Ausgangspunkt für den Besuch des Parks. So erreicht man Kanbayashi Onsen beispielsweise von Nagano-Stadt in etwa 40 Minuten, von Nozawa Onsen oder Shiga Kōgen in rund 30 Minuten und von Yudanaka oder Shibu Onsen sogar schon nach etwa 10 Minuten. Für wen der Besuch kein "Add on" sondern ein Herzenswunsch ist, dem empfehle ich die Übernachtung in Yudanaka in einem Ryokan mit Onsen für 2 Nächte und zwei Besuche im Park zu unterschiedlichen Tageszeiten.

Ab Kanbayashi Onsen führt ein gut ausgebauter, ganzjährig begehbarer Waldweg zum Eingang des Affenparks. Der Spaziergang dauert je nach Wetterlage und persönlichem Tempo zwischen 25 und 40 Minuten und stimmt Besucher bereits wunderbar auf das Naturerlebnis ein.

Wenn Schneeaffen das Onsen erobern

Jigokudani, was übersetzt „Tal der Hölle“ bedeutet, liegt in den Ausläufern des Hochplateaus Shiga Kōgen entlang des Yokoyu-Flusses. Seinen dramatischen Namen verdankt das Tal den dampfenden Quellen, schwefelhaltigen Gerüchen und der rauen Landschaft. Rund ein Drittel des Jahres ist die Region von einer dicken Schneedecke überzogen. In den umliegenden Wäldern leben mehrere Gruppen von Schneeaffen, insgesamt mehrere hundert Tiere.

Der Affenpark wurde im Jahr 1964 gegründet, mit dem Ziel, Besuchern einen respektvollen Einblick in das Leben wild lebender Japanmakaken zu ermöglichen – ganz ohne Käfige oder Zäune. Die Tiere bewegen sich frei in ihrem natürlichen Lebensraum, während Menschen lediglich Beobachter sind. Zusätzlich dient der Park der Forschung und Aufklärung über das komplexe Sozialverhalten der Makaken.

Ein weiterer Zweck des Parks ist es, die Affen von nahegelegenen landwirtschaftlichen Flächen fernzuhalten. Um dies zu erreichen, werden die Tiere seit der Eröffnung des Parks täglich von den Rangern gefüttert. Die Makaken leben weiterhin in den Bergen, kommen jedoch regelmäßig in den Park, insbesondere zu den Fütterungszeiten. Im Winter verbringen sie besonders viel Zeit in den heißen Quellen. Die beste Reisezeit, um badende Schneeaffen zu sehen, liegt daher zwischen Dezember und März. Das vorhandensein von Kälte und Schnee ist dabei natürlich Glückssache, die bekannten Bilder von sich in heißen Quellen zusammenkuschelnden Affen bekommt man natürlich eher bei Minusgraden geboten.

Tierisch gut unterwegs: Der Weg zu den Japanmakaken

Der etwa zwei Kilometer lange Pfad von Kanbayashi Onsen zum Parkeingang führt durch einen ruhigen, dichten Wald und ist zu jeder Jahreszeit reizvoll. Besonders im Winter entfaltet der Weg jedoch einen ganz eigenen Zauber: verschneite Bäume, knirschender Schnee unter den Füßen und die klare Bergluft sorgen für eine fast meditative Atmosphäre.

Entlang des Weges informieren Schautafeln über die soziale Hierarchie der Japanmakaken, ihr Kommunikationsverhalten sowie die Aufzucht des Nachwuchses. Diese Einblicke helfen dabei, die Tiere später besser zu verstehen und ihre Interaktionen richtig einzuordnen.

Die Schneeaffen selbst sind an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt und zeigen sich meist völlig unbeeindruckt. Sie klettern auf Bäume, putzen sich gegenseitig oder entspannen im warmen Wasser – ganz nach ihrem eigenen Rhythmus. Fotos sind problemlos möglich, da die Tiere Besucher meist schlicht ignorieren.

Verhaltensregeln im Schneeaffenpark

Trotz ihrer Gelassenheit bleiben die Japanmakaken wilde Tiere. Daher gelten im Park strenge Verhaltensregeln: Die Affen dürfen weder gefüttert noch berührt oder bedroht werden. Direkter Augenkontakt sollte vermieden werden, da dieser von den Tieren als Aggression oder Drohung verstanden werden kann. Ebenso ist es wichtig, ausreichend Abstand zu halten und den Affen nicht den Weg zu versperren.

Das gemeinsame Baden mit den Schneeaffen ist selbstverständlich strengstens verboten. Diese Regeln dienen dem Schutz von Mensch und Tier und tragen dazu bei, das natürliche Verhalten der Makaken langfristig zu bewahren.

Entspannung nach dem Affenpark-Besuch

Nach dem Besuch im Jigokudani Yaen Kōen bietet sich ein Abstecher in die nahegelegenen Onsen-Orte Yudanaka oder Shibu Onsen an. Dort können Besucher selbst in heißen Quellen entspannen und die Eindrücke des Tages in Ruhe nachwirken lassen. Besonders empfehlenswert ist eine besser zwei Übernachtung in einem traditionellen Ryokan, um ein eigenes, affenfreies Onsen ohne Zeitdruck zu genießen – ein perfekter Abschluss für ein unvergessliches Naturerlebnis in den japanischen Alpen.

 

 

 

 

Aus den letzten Jahren haben ich die Highlights aus Island in drei kleinen Filmen zusammengestellt:

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