Wellenmalerei vor Stokksnes

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Ein Motiv - unendliche Variationen

Diese kleine Serie soll verdeutlichen, welche enorme Bandbreite an Bildwirkungen sich an der Wasserkante allein durch den Einsatz von ND-Filtern und die damit möglichen Langzeitbelichtungen erzielen lässt. Ein scheinbar konstantes Motiv – Meer, Strand, Wellen – verwandelt sich je nach Belichtungszeit von einer dynamischen Momentaufnahme in eine ruhige, fast abstrakte Komposition.

Kurze Belichtungszeiten frieren die Bewegung ein: Wellenkämme werden klar definiert, Spritzer und Strukturen bleiben detailreich erhalten. Mit zunehmender Belichtungszeit beginnt das Wasser hingegen zu „zeichnen“. Einzelne Wellen verlieren ihre Kontur, Bewegungen verschmelzen, Flächen werden weich und fließend. Sehr lange Belichtungen lassen das Meer schließlich wie Nebel oder Seide erscheinen und reduzieren die Szene auf Formen, Linien und Tonwerte.

Den Lauf der Wellen zu verstehen und das spätere Bildergebnis bereits beim Auslösen abschätzen zu können, erfordert allerdings etwas Erfahrung. Entscheidend ist dabei nicht nur die Länge der Belichtung, sondern auch der richtige Moment innerhalb des ständigen Rhythmus von Vor- und Rücklauf.

Grundsätzlich lassen sich jedoch zwei einfache Grundregeln festhalten:

a) Immer zunächst die Welle bis zu ihrem Scheitelpunkt abwarten und erst den Rückfluss belichten. Gerade bei längeren Belichtungszeiten sorgt dies für gleichmäßigere Strukturen und verhindert unruhige, chaotische Wasserflächen.

b) Wellen sind am Strand nie allein unterwegs. Wirklich spannend wird es dann, wenn sich unterschiedliche Wellen überlagern – insbesondere, wenn sie aus verschiedenen Richtungen kommen. Diese Überlagerungen erzeugen bei mittleren bis langen Belichtungszeiten komplexe, teils überraschend grafische Muster.

Zum Beispiel: Eine Welle läuft den Strand hinauf, während eine zweite parallel zur Küstenlinie unterwegs ist. Treffen beide Bewegungen aufeinander, entstehen je nach Belichtungsdauer surreale Formen, Linien und Strömungen, die mit bloßem Auge oft kaum wahrnehmbar sind, auf dem Foto jedoch eine ganz eigene Ästhetik entwickeln.

Und nicht zuletzt: Niemals die Gummistiefel vergessen. Viele der interessantesten Perspektiven ergeben sich nur wenige Schritte vom Ufer entfernt. Ohne entsprechendes Schuhwerk bleiben die Ergebnisse vom sicheren Standpunkt aus häufig eher verhalten – oder man muss für das Bild ein wenig im kalten Wasser leiden.

 


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