Fotospots auf der Isle of Skye
Einführung
„Insel des Nebels“ – so nennen die Schotten die Isle of Skye, eine Insel, die von vielen als das kondensierte „Destillat“ Schottlands betrachtet wird. Kaum ein anderer Ort vereint so viele der landschaftlichen Motive, die man mit den Highlands verbindet: schroffe Berge, dramatische Küstenlinien, mystische Lichtstimmungen und ein Wetter, das innerhalb von Minuten von strahlendem Sonnenschein zu dichtem Nebel oder peitschendem Regen wechseln kann. Seit Jahren gilt Skye als eines der absoluten Traumziele für Landschaftsfotografen aus aller Welt – ein Ort, an dem jede Biegung der Straße und jeder Wolkenbruch neue Motive hervorbringt.
Ganz ohne Frage ist die Isle of Skye heute auch eines der beliebtesten Urlaubsziele in ganz Schottland. Dieser Ruhm bringt jedoch seine Schattenseiten mit sich. Gerade in den Sommermonaten muss man sich auf erhebliche logistische Herausforderungen einstellen: Unterkünfte sind oft Monate im Voraus ausgebucht, Stellplätze für Camper knapp und die Preise für Hotels, B&Bs und Mietwagen erreichen teils schwindelerregende Höhen. Hinzu kommt ein hohes Verkehrsaufkommen auf den meist schmalen Straßen der Insel. Daher gleich zu Beginn ein wichtiger Hinweis: Wer kann, sollte den Hochsommer meiden und stattdessen Frühling oder Herbst ins Auge fassen. In diesen Jahreszeiten findet man mehr Ruhe, intensivere Naturerlebnisse, weichere Lichtstimmungen – und einen deutlich geschonteren Geldbeutel.
Wer annimmt, dass die Highlands an der Westküste des schottischen Festlands bereits spektakulär sind, sollte sich auf Skye auf einiges gefasst machen. Denn hier nehmen die Berggipfel wahrhaft bizarre, fast unwirkliche Formen an. Die Landschaft wirkt wie aus einer anderen Welt: scharfkantige Felsformationen, zerklüftete Plateaus und weitläufige Moore wechseln sich ab und erzeugen eine Kulisse, die oft eher an Fantasy-Filme als an reale Geografie erinnert.
Folgt man der einzigen durchgehenden Straße rund um den Norden der Insel, reiht sich ein fotografisches Highlight an das nächste. Der Quiraing-Höhenzug beeindruckt mit seinen riesigen Erdrutschen, schwebenden Felsnadeln und weitläufigen Grasflächen, die bei wechselndem Licht ihre Farbe ständig verändern. The Old Man of Storr, wohl das bekannteste Wahrzeichen der Insel, ragt wie eine steinerne Gestalt aus dem Hang und bietet besonders bei Sonnenauf- oder -untergang ein ikonisches Motiv. Weiter im Westen lockt der Neist Point mit seinem dramatischen Leuchtturm, steil abfallenden Klippen und einem weiten Blick über den Atlantik – ein Ort, an dem Wind, Licht und Meer eine fast archaische Kraft entfalten.
Die Anreise zur Isle of Skye ist dabei bereits Teil des Erlebnisses. Hinter dem malerisch gelegenen Eilean Donan Castle, einem der meistfotografierten Schlösser Schottlands, taucht schließlich die Skye-Brücke bei Kyle of Lochalsh auf. Die Skye Road Bridge überspannt den Sound of Sleat an seiner schmalsten Stelle von nur rund 500 Metern und verbindet seit 1995 die Insel dauerhaft mit dem Festland. Ihr Bau war lange Zeit umstritten: Viele Bewohner Skyes fürchteten, mit der Brücke ihre Unabhängigkeit und ihren besonderen Inselcharakter zu verlieren. Die physische Abgeschiedenheit war für sie ein wesentlicher Teil ihrer Identität.
Für Reisende und Touristen hingegen ist die Verbindung zwischen Kyle of Lochalsh und Kyleakin ein wahrer Glücksfall. Die Brücke verkürzt die Anreise erheblich und macht die Isle of Skye deutlich leichter erreichbar als in früheren Zeiten, als man auf Fähren angewiesen war. Gleichzeitig symbolisiert sie den Spagat, den die Insel bis heute vollzieht: zwischen Erreichbarkeit und Abgeschiedenheit, zwischen wachsender Popularität und dem Wunsch, die raue, mystische Seele dieses einzigartigen Ortes zu bewahren.
Wer sich darauf einlässt, Skye nicht nur als Checkliste berühmter Fotospots zu begreifen, sondern sich Zeit nimmt, den Nebel, den Wind und die Stille auszuhalten, wird schnell verstehen, warum diese Insel eine so starke Anziehungskraft ausübt – und warum sie zu Recht als Essenz Schottlands gilt.
Fotospots:
1. Eilean Donan Castle
Wer dem Wester Ross Coastal Trail gen Norden folgt, passiert zunächst das Eilean Donan Castle, das man von zahllosen Fotos und Postkarten kennt. Entsprechend überlaufen ist die Anlage, die ab den Mittagsstunden eher einem Disneyland gleicht. Da dort zwischen 07:00 und 19:00 auch das Drohnenfliegen untersagt ist (einer der wenigen Spots, wo man eine wirklich passable Regelung dazu gefunden hat) man dann eher allein und auch das bessere Licht hat, sollte man diese Randzeiten für einen Besuch wählen. Fein sind vor allem die Sichten von links mit der Spiegelung im Wasser oder von rechts mit schönen Vordergründen an der Wasserkante. Von oben macht es Sinn den dahinterliegenden Loch Alsh mit ins Bild zu nehmen.
2. Sligachan Old Bridge
Die Brücke kann man schwer übersehen, wenn man vom schottischen Festland auf die Isle auf Sky fährt. In einer scharfen Rechtskurve der Hauptstraße nach Portree liegt die Steinbrücke von 1820 über den Sligachan River. Neben der Brücke liegt ein Großes Hotel, das das Setting nicht gerade positiv gestaltet, dafür kann man den Parkplatz gut nutzen. Am besten kommt man zum Sonnenaufgang, dann wird die Bergkette des Black-Cullin angestrahlt (so es denn die Wolken zulassen). Zum Nachmittag und Abend hat man dann starkes Gegenlicht was das Fotografieren dann eher erschwert.
3. Fairy Pools
Es handelt sich hierbei um kleine Becken am Fuße des Bergmassivs Black Cuillin, die mit glasklarem Wasser gefüllt sind, welches vom Fluss River Brittle stammt. Vom Parkplatz aus sind es ca 45 min bis zu den interessanten Spots im hinteren Bereich der Pools. Hier könnte man an vielen kleinen Wasserfallen die kaskadierend hintereinander liegen, großartige Bilder mit der Bergkette im Hintergrund machen. Leider waren ab Mittag schon alle Pools mit den Influencern dieser Welt belegt, die sich badend darin ablichten, daher auch hier der Rat, kommt am frühen Morgen, falls ihr in Ruhe fotografieren wollt.
4. Neist Point
Jeder kennt wohl die ikonischen Bilder und sei es von den Bildschirmschoners dieser Welt. Der Neist Point ist eine Halbinsel, die sowohl durch ihre spektakuläre Form als auch durch den wunderschönen, 1909 erbauten Leuchtturm ein Anziehungspunkt für Besucher ist. Ein großartiger Platz um zum Sonnenuntergang Bilder zu machen, die Wege vor Ort je nach Location dauern aber, auch die Höhenunterschiede können beträchtlich sein. Das beste Panorama ergibt sich rechts vom Parkplatz an der Steilküste. Für Detailaufnahmen sollte man höhere Brennweiten mitbringen. Weniger bekannte Sichten ergeben sich, wenn mit einer Drohne vor die Insel fliegt und landeinwärts fotografiert.
5. Dunvegan Castle und Gardens
Dunvegan Castle liegt in einer herrlichen Umgebung am Wasser. Es ist das älteste durchgängig bewohnte Schloss Schottlands! Innen kann man durch einige Räume laufen und eine Recht große Sammlung aus Erbstücken und Bildern bestaunen. Leider ist das Fotografieren im Schloss verboten. Der Parkplatz ist direkt gegenüber vom Eingang zum Castle
6. Coral Beach
Am Dunvegan Castle vorbei und noch einige Kilometer über eine Single Road Track Straße kommt man an einen Parkplatz. Von hier sind es vielleicht 20 min bis zu einem ersten Strandabschnitt mit vielen Muscheln. Danach kommt nach in etwas der gleichen Zeit an einen weissen Strandabschnitt mit bei Sonne fast türkisem Wasser. Allerdings besteht der Strand nicht wie der Name Vermuten ließe aus Korallen, sondern aus gebleichten Algen. Optisch nichtsdestotrotz ein Highlight.
7. Quiraing Viewpoint
Einige der Felsformationen des Quiraing sind für ihre bizarren Formen bekannt und haben entsprechende Namen erhalten. Besonders bekannt sind The Needle; eine rund 37 Meter hohe Felsnadel und The Prison, eine massive, einem mittelalterlichen Festungsbauwerk ähnelnde Formation. The Table ist ein nicht ganz abgerutschter Felsblock, dessen weitgehend ebene und mit Gras bewachsene Oberfläche etwa die Größe eines Fußballfelds hat. Erreichbar ist der Quiraing über die in Staffin von der A855 abzweigenden Verbindungsstraße nach Uig, die die einzige Querverbindung im Inneren der Halbinsel Trotternish darstellt. An der Passhöhe, wo die Straße die Abbruchkante passiert, befindet sich ein Parkplatz, von dort führen Fußwege durch das Felslabyrinth und oberhalb der Abbruchkante über den Meall na Suiramach. Nicht verwirren lassen, auf der Hälfte der Strecke nach oben befindet sich ein zweiter Parkplatz der aber zu einem Friedhof gehört.
Die besten Sichten findet man links vom Parkplatz, hier finden sich auch zwei kleinere Bäume die wunderschönen Vordergründe für die beeindruckende Landschaft abgeben und das iTüpfelchen sind, wenn man das richtige Licht erwischt. Nebel und Sonnenaufgang gleichzeitig wären hier ideal.
8. Kilt Rock und Wasserfall
Auf dem Weg zum Old Man of Storr oder zum Quiraing lässt sich ein sehenswerter Ort ideal ergänzen. Der Kilt Rock ist eine markante Küstenlinie, dessen Aussehen – wie der Name es schon vermuten lässt – an einen schottischen Kilt erinnert. Etwa drei Kilometer davor stürzt ein Wasserfall namens Mealt Falls direkt ins Meer, was natürlich spektakulär anzusehen ist. Vom groß ausgebauten Parkplatz kann man aber nur wenig sehen, man braucht schon eine Drohne um von der Küste aus die Szenerie abzulichten, hier stört aber der Parkplatz erheblich. Man sollte also nördlich und hochfliegen, um die dahinterliegenden Seen mit ins Bild zu bringen und vom Parkplatz abzulenken.
9. Old Man of Storr
Der Parkplatz liegt etwas oberhalb der Straße A855 und ist mittlerweile stark ausgebaut, um den Touristenmassen Paroli bieten zu können. Schließlich ist das DER Spot aus der Insel. An der Südseite des Parkplatzes beginnt hinter einem Gatter der Aufstieg. Nach ca. 400 Höhenmetern und 1 ½ Std., erst über einen guten Weg dann über immer mehr Steine, steht man neben den Nadeln. Hier geht man zwischen ihnen durch kommt auf ein Plateau und folgt dem Weg dann weiter. Hier kann man von vielen Punkten aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Küstenlinie im Hintergrund sein Bild gestalten. Etwas weiter gibt es noch eine Anhöhe die gern als Panorama genutzt wird, mir gehen die Nadeln an der Stelle aber etwas in der Landschaft verloren. Fakt ist aber auch: am besten ist man zum Sonnenaufgang, spätestens um 07:00 oben. Drohen fliegen ist hier übrigens komplett verboten..
10. Fairy Glen
Etwas außerhalb der Ortschaft Uig führt eine kurze Single Track Road zu einem Parkplatz von wo aus man das Tal am besten zu Fuß erkundet, auch wenn die Straße noch weiterführt. Diese Landschaft liegt wie eine Miniatur in einem Tal, sollte eigentlich an das Quiraing erinnern. Für uns war der Ort etwas entäuschend, wurde der Felsturm im Zentrum hauptsächlich für Selfies benutzt, befestigte Wege angelegt und Pseudosteinkreise ausgelegt um eine künstliche Mystik zu erzeugen.
11. Rubha Hunish
Die nicht allzu schwierige Rundwanderung zur Rubha Hunish bietet viele atemberaubende Ausblicke auf den Meeresarm Minch und die weiter draußen liegenden Berge der Äußeren Hebriden. Dazu fährt man um die Nordspitze der Insel und parkt auf einem kostenfreien Parkplatz an einer roten Telefonzelle. Die Tour folgt größtenteils leicht zu begehenden Pfaden durch eine flachwellige Wiesenlandschaft. Hier kann der Untergrund teilsweise recht feucht und schlammig sein. Für diejenigen, denen der steile und etwas ausgesetzte Abstieg von den Basaltklippen zur vorgelagerten Halbinsel Hunish ein wenig zu abschreckend wirkt, können diesen Abschnitt auch weglassen und stattdessen ausgiebig den fantastischen Ausblick von oben genießen.
















